Was ist ein "guter" Lebensstandard für euch?

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Kommentare

  • @annamaus ich hab vor ca. 1 Monat mein Insta komplett verbannt/gelöscht (also Account gelöscht und deinstalliert) und ich find schon, dass das Einfluss auf mein Konsumverhalten hat. Tiktok und Facebook nutz ich auch nicht. Mein einziges soziales Medium ist derzeit das BF. ich merke bei mir da schon einen Unterschied zu vorher. Kann ich jedem empfehlen 😅
    Stefanie96
  • @mydreamcametrue Ich red jetzt auch gar nicht vom sparsam leben. Das Geld beim Fenster raushauen würd ich auch nicht, wenn ich im Lotto gewinne. Ich seh das genauso wie du. 😀

    Wir haben eine Nachbarin mit Zinshaus in Wien, geerbtem Grund hier - sie hat in den letzten Jahren hier 2 Häuser um insgesamt ca. 1 Mio gebaut. Mein Mann hat ihr schon öfters geholfen - hat ihr letzten Sommer ein Gerät repariert, wo sie in der Werkstatt ein paar Hundert Euro gezahlt hätte. Und sie hat ihm noch nie etwas dafür gegeben und ich red jetzt gar nicht von dem echten Wert der Arbeit, sondern nicht einmal als Wertschätzung eine Süßigkeit für die Kinder oder 5 Euro fürs Sparschwein.

    Ein anderer im Ort wollte für eine Gartenhilfe weniger als 10 Euro die Stunde bezahlen und der hat Oldtimer im Wert von Einfamilienhäusern und hat hier gerade das 3. Haus gebaut in dem eh niemand wohnt.

    Das empfinde ich als geizig und nicht dass man wenig oder gebraucht kauft. Aber Großzügigkeit bzw. Geiz sind wahrscheinlich Typsache und haben mit dem Vermögen nichts zu tun.
    LevanteMagicbustripKathisa25
  • @mydreamcametrue ich kann deinen post zum Thema erben nicht ganz nachvollziehen. Ich bin sehr froh, dass wir jetzt den Grund und einen Teil des Hauses aus dem Erbe vorgezogen bzw. geschenkt bekommen. Für uns wär ein Eigentum sonst nämlich nicht möglich. Nicht, das ich das brauche um glücklich zu sein (bin selber in einer mini-Gemeindebauwohnung groß geworden und mir hat's an nix gefehlt) aber ich weiß es sehr zu schätzen. Und irgendwann wird's unseren Kindern gehören oder wir verkaufen es und jedes Kind bekommt ein Startkapital. Für mich klingt das so nach "ich hatte es schwer deshalb dürfen es andere nicht leicht haben." Nicht, das du so denkst aber das wäre das komplette Abschaffen von Erbe für mich.

    Erbe besteuern, ja! Da bin ich voll bei dir.
    sulmtalerGlücksmamaLevantemelly210
  • @annamaus ich schreibe auch eine Geschenkeliste am Handy mit 😂.
    Meine Tochter wird jetzt erst 4 Monate und bis jtzt mussten wir bis auf ein Mobile nix selber kaufen weil am Anfang beim ersten Kind eh soviel bei den Geschenken zusammen kommt. Aber ich merke auch, dass bei mir Werbung die ein Spielzeug mit Entwicklungsfördernd bewirbt bei mir auch gleich auslöst " ohhh das müssen wir kaufen"
  • @mydreamcametrue ich kann mich da @Kaffeelöffel nur anschließen. Ich hab mir das selbe gedacht wie ich es gelesen habe.

    Ich finde es nicht "unfair" wenn jemand was erbt und andere nicht. Es ist nunmal Glückssache, genauso wie andere im Lotto gewinnen oder einen der perfekte gut bezahlte Job in den Schoss fällt. Es ist nunmal wie es ist.
    Ihr spart ja auch für eure Kinder an und das sicher nicht wenig, das sie es mal leichter haben und ein gutes Startkapital haben. Das ist ja auch nichts anderes.
    Ich erbe vermutlich mal nichts und angespart wurde mir auch nicht wirklich was, deshalb fühl ich mich nicht benachteiligt oder bin neidisch auf andere. Für meine Kinder möchte ich es trotzdem anders und ihnen ansparen.

    Wenn es fair wäre, dann würde jeder Mensch die selben Mittel zu Verfügung haben und das wäre utopisch.
    Den Vergleich könnte man ewig weiter ziehen, was fair ist und was nicht. Man sucht sich ja nicht aus wo man hineingeboren wird. Ob man in ein armes Land geboren wird oder man vielleicht sogar ein Kind von Millionären ist.
    sulmtalerLevante
  • sulmtalersulmtaler

    690

    bearbeitet 15. März, 08:24
    @mydreamcametrue @Kaffeelöffel Ich hab über diesen Ansatz auch schon öfters nachgedacht, weil @mydreamcametrue schon einmal darüber geschrieben hat.

    Aber ich kann mir das auch überhaupt nicht vorstellen wie das praktisch umgesetzt werden soll. Dann wird das Geld/Vermögen eben davor mit Umwegen übergeben. 🤔 Wie ist das mit einem Betrieb/Landwirtschaft etc.?

    Die Ungleichheit beginnt ja schon viel früher und betrifft so viele Lebensbereiche. Werde ich vom Elternhaus unterstützt, Studium finanziert etc.
    LevanteMagicbustripKathisa25
  • @sulmtaler ja oder nach dem Ableben vom Staat verwaltet. Wie das enden würde, kann sich eh jeder vorstellen 🙄
    sulmtalerKathisa25
  • bearbeitet 15. März, 08:46
    Also mein Ansatz wäre der, dass alles an Erbe aufgeteilt wird quasi am Jahresende. Alle die in dem Jahr volljährig werden sollen ein Startkapital erhalten - eben aus diesem Erbe.

    Ich denke das würde für mehr soziale Gerechtigkeit sorgen. Und die grauslichem Familien Streitereien die es oftmals gibt verringern. Für Betriebe würde ich eine Ausnahmerregelung machen, da arbeitet ja oft die ganze Familie von klein auf mit.

    Ich finde zu einem Erbe trägt der Erbe selber nichts bei. Es ist eben Glückssache.

    Gut bezahlte Jobs fallen einem auch nicht in den Schoß sondern sind mit Arbeit verbunden. Natürlich auch mit dem Hintergrund um Bildung zu erlangen etc. Aber unsere guten Jobs haben auch nicht bei uns angeklopft. Das kann man mit Erben überhaupt nicht vergleichen, denn wir leisten täglich etwas für unser Geld, während der erbende nichts dafür getan hat.

    Und im übrigen werden wir auch später einmal Erben. Und haben bereits vorgezogenes Geld aus Erbe ausgeschlagen. Also es ist nicht so dass ich wem was neidig bin.
  • Ich bin da ganz bei euch. Erben ist ein sehr komplexes Thema und um nachhaltig die Schere zwischen Arm und Reich in einer Gesellschaft in der Waage zu halten wahrscheinlich politisch ein sehr wichtiger Punkt da anzusetzen und Maßnahmen zu setzten.

    Ich bin da bei @sulmtaler ein gänzliches Abschaffen kann ich mir nicht vorstellen, weil einerseits werden die Menschen halt kreativ wie sie die Regelung zu Lebzeiten umgehen und anderseits kann ich schon verstehen, dass man auch für seine Kinder/Nachkommen was ansparen will und, dass dann weitergeben will.

    Für mich ist ein Wertpapierdepo, dass ich für mein Kind anlege um ihm einen Start ins Leben, für Hausbau, Autokauf what ever zur Verfügung stelle auch nix anderes als ein vorgezogenes Erbe. Unfair anderen gegenüber, ja klar, aber das Leben ist nicht fair.

    und weil hier das Thema sparen können/sparsam leben öfter gefallen ist. Meine Beobachtung ist eher, dass sparen können/sparsam leben eine Fähigkeit ist die in allen Gesellschaftsschichten vorkommt. Manche könne es manche nicht. Bei Reichen Menschen fällt es eher auf wenn sie es können bei ärmeren Personen eher nicht so weil der Zuwachs an Geldvermögen überschaubar bleibt.

    Ich habe die letzten Tage immer mal wieder (ja ausgelöst durch diesen Thread) nachgedacht was bedeutet ein guter Lebensstandard für mich. Für mich ist das Thema größer als die Frage, was kann ich mir für mich und meine Familie Leisten. Das was ich als guten Lebensstandard verstehe, sind gesellschaftspolitische Rahmenbedingungen die ich mir für alle Menschen in einer Gesellschaft wünsche: leistbare Lebensmittel, leistbare Mobilität, leistbares Wohnen, wenig Kriminalität, leistbare und qualitativ gute Kinderbetreuung, leistbare und qualitative Gesundheitsversorgung, Schulbildung und Pflege im Alter. Der Rest ist für MICH Luxus, den ich mir entweder Leisten kann oder will, weil ich es mir selbst erarbeitet habe, reich geheiratet, geerbt oder einfach Glück hatte.
    mydreamcametruesulmtalerLeni91PummelNananixThessi
  • @mydreamcametrue ein großer Teil der eigenen Biographie ist Glückssache.

    Ist man physisch und psychisch gesund und schafft es überhaupt körperlich und mental sich zu bilden, zu arbeiten, in einem komplexen Job zu arbeiten?
    Ist man intelligent? Resilient?

    Einen Teil kann man sich erarbeiten, vieles nicht.

    Aber ich habe ja schon mehrmals deklariert, dass ich kein Verfechter von der Philosophie bin, dass jeder alles schaffen kann :-)
    sulmtalerGlücksmamaFineyAn22LevantesosoAnne_NananixLulu98BabsiPill
  • Ich glaube schon, dass oft am Erbe was mit erarbeitet wurde.
    Nicht bei jedem aber bei einigen ganz sicher.

    Allein wenn ich an Familienbetriebe denke, wo die Kinder schon in ein bestimmtes Raster gezwängt werden und wo der Lebenslauf schon vordiktiert ist.
    Kenne ich selbst im Bekanntenkreis.
    Die Kinder haben sich ihr Erbe hart erarbeitet.
    sulmtalerLevante
  • @mydreamcametrue sei mir nicht bös aber du konntest das Geld nur ablehnen eben WEIL dein Mann und du Gehaltsmäßig verdienen was ihr verdient. Ich geb dir Recht, das euch das nicht in den Schoß gefallen ist aber sowas macht man mit Sicherheit nur, wenn man es sich leisten kann. Hättet ihr das Geld nicht gehabt, wär eure Entscheidung vermutlich anders ausgefallen.
    Und der Satz "wir wollten es selber schaffen" ist ein nobler Gedanke allerdings heutzutage kaum möglich, wenn man nicht wirklich sehr gut bezahlte Jobs hat. Da sprichst du aus einer sehr privilegierten Sicht.
    Sollten sich jetzt, deiner Meinung nach, nur mehr Leute ein Eigentum leisten dürfen, die es sich aus eigenen Mitteln leisten können?
    MarlesulmtalersuseKFPmelly210Oceanholicisi_bellaKeinNutzernameLulu98
  • Wenn ich sterbe wäre es definitiv mein Wunsch, dass meine Kinder unser Vermögen erben.
    Was ich jedoch nicht befürworte ist der Pflichtteil. Ich finde es sollte jeder selbst entscheiden dürfen, ob u wer etwas erbt.
    Kenne selbst einen Fall wo die Mutter mit einem ihrer Kinder zerstritten war u der sich niemals bei ihr gemeldet hat aber nach dem Tod hat er das Erbe sehr wohl freudig angenommen.
    Also ich würde kein Geld von jemandem annehmen, mit dem ich mich nicht mal verstanden hab.
    sulmtalerKFP
  • Abgesehen davon soll es ja auch Menschen geben, die Berufe ausüben die halt nicht Bombe bezahlt sind. Was, wenn du einen Bäcker oder Friseur heiratet hättest?!
    "Jeder kann 100.000 im Jahr verdienen wenn er sich nur genug anstrengt" stimmt halt auch nicht.
    MarlewizisulmtalerMom_of_2MagicbustripsuseKathisa25KFPmelly210Oceanholicund 4 andere.
  • Richtig profitiert man denk ich oft auch nicht vom Erbe an sich, sondern von vorgezogenen Zuwendungen. Es macht einen erheblichen Unterschied, ob ich Baugrund/Haus/Unterstützung beim Bau/Auto etc. selbst allein finanzieren muss oder was davon geschenkt bekomme.

    Soll das dann nicht mehr möglich sein? Wie wird das kontrolliert? Kann ich mir einfach nicht vorstellen und schon gar nicht, dass es dann gerechter/besser wird.
  • Das Problem ist halt, dass die Folgen von Co2 verschwenderischem Verhalten externalisiert werden und letztlich die Allgemeinheit für die Milliarden zahlt, die aufgrund von Klima und Umweltschäden bezahlt werden müssen. Beispiel FPÖ: leugnet den durch Menschen verursachten Klimawandel und ist gegen jegliche Maßnahmen, die dem entgegenwirken könnten. Gleichzeitig verlangen sie dann aber mehr Steuergeld für Menschen, die z.B. Häuser etc. bei Hochwasser verlieren. Nicht falsch verstehen: ich bin auch dafür, dass da den Menschen geholfen wird. Nichtsdestotrotz werden solche Wetterereignisse halt aufgrund des Klimawandels mehr und man wird nicht umhinkommen Maßnahmen dagegenzusetzen. Ansonsten wirds halt irgendwann unbezahlbar.
    KaffeelöffelmydreamcametrueNananixBabsiPill
  • Kaffeelöffel schrieb: »
    @mydreamcametrue sei mir nicht bös aber du konntest das Geld nur ablehnen eben WEIL dein Mann und du Gehaltsmäßig verdienen was ihr verdient. Ich geb dir Recht, das euch das nicht in den Schoß gefallen ist aber sowas macht man mit Sicherheit nur, wenn man es sich leisten kann. Hättet ihr das Geld nicht gehabt, wär eure Entscheidung vermutlich anders ausgefallen.
    Und der Satz "wir wollten es selber schaffen" ist ein nobler Gedanke allerdings heutzutage kaum möglich, wenn man nicht wirklich sehr gut bezahlte Jobs hat. Da sprichst du aus einer sehr privilegierten Sicht.
    Sollten sich jetzt, deiner Meinung nach, nur mehr Leute ein Eigentum leisten dürfen, die es sich aus eigenen Mitteln leisten können?

    Das Angebot kam für unser 1. Haus und da war unser Gehalt gut aber auch noch nicht da wo wir nun sind. Das war zu Nullzins-Zeiten vor Corona, wo wirklich fast jeder ein Haus kaufen konnte.

    Und ich bin der Meinung, dass nicht jeder ein Haus besitzen muss. Immobilieneigentum ist Luxus. Niemand muss ein Haus besitzen. War übrigens auch für mich persönlich kein Must have.

    Wenn mehr Immobilien auf den Markt kommen entspannt sich auch die Preislage. Das wäre ja der Fall wenn sie nicht mehr vererbt werden.
  • bearbeitet 15. März, 10:07
    Kaffeelöffel schrieb: »
    Abgesehen davon soll es ja auch Menschen geben, die Berufe ausüben die halt nicht Bombe bezahlt sind. Was, wenn du einen Bäcker oder Friseur heiratet hättest?!
    "Jeder kann 100.000 im Jahr verdienen wenn er sich nur genug anstrengt" stimmt halt auch nicht.

    Hätten wir andere Berufe hätten wir kein Haus, vermutlich nur ein Kind und einen angepassten Lebensstil.
    Biancaa_
  • @mydreamcametrue vor Covid waren zwar die Zinsen niedrig, aber Immobilien extrem teuer. Es konnte sich definitiv nicht "fast jeder" ein Haus kaufen.

    Wir zwei verdienen denke ich ähnlich. Und ganz ehrlich? Mit dem Gehalt springt man angesichts der Preise nicht weit.
    Marlemelly210Anne_Tinnie
  • @Dani2511 nicht nur Wetter auch das ganze Wasserbetten regulieren, alles verbaurn, abholzen usw wo ja natürlicher Schutz da ist. War jetzt aber OT

    Ich denke auch Standard ist subjektiv.
    Uns ist Urlaub und Essen gehen zb nicht wichtig in dem Ausmaß wie bei anderen. Entsprechend wid das weniger beim Sparen berücksichtigt.
    Der Standard verschiebt sich finde ich auch mit dem Alter, Kindern usw.
    Für mich sind es schlicht die kleinen Dinge Essen, warmes Heim, Gesundheit und Stabilität für die Kinder im Sinne von nicht x-mal umziehen müssen/wollen.
    sulmtaler
  • @mydreamcametrue ja, du hast Recht: Eigentum erweben ist Luxus. Ich find allerdings nichts verkehrt daran, Unterstützung von der Familie anzunehmen und genau das ist es für mich.
    Und wo fängt das dann an und wo hört es auf? Bei der finanziellen Unterstützung, wenn die Kinder studieren wollen (auch Luxus, wenn man es sich nicht selbst leisten kann heutzutage?)... Oder ist das was anderes weil's um die Bildung geht und Bildung kein Luxus ist? Na, das ist mir zu viel Doppelmoral.
    awasulmtalerMarleOceanholicisi_bella

  • Hätten wir andere Berufe hätten wir kein Haus, vermutlich nur ein Kind und einen angepassten Lebensstil.

    Und dann hättest du das Angebot für finanzielle Unterstützung zum Hauskauf auch abgelehnt? Und wärst weiterhin in einer Mietwohnung geblieben?
    Und genau das mein ich: der Bäcker und die Friseurin sollten dann die Hilfe der Verwandtschaft ausschlagen weil sie es sich nicht aus eigener Kraft erarbeiten können?
    melly210Oceanholic
  • awa schrieb: »
    @mydreamcametrue vor Covid waren zwar die Zinsen niedrig, aber Immobilien extrem teuer. Es konnte sich definitiv nicht "fast jeder" ein Haus kaufen.

    Wir zwei verdienen denke ich ähnlich. Und ganz ehrlich? Mit dem Gehalt springt man angesichts der Preise nicht weit.

    Alleine könnte ich mir auch kein Haus leisten. In Vollzeit evtl. ein kleines (da wäre ich bei 3500 netto mittlerweile) aber sicher nicht in Teilzeit und mit 2 Kindern.

    Und damals konnte man auf 40 Jahre mlt 1% Fixzins finanzieren, mit wenig bis keinem Eigenkapital, und war bei Raten um die 1500€ für Reihenhäuser. Sehe ich für ein Paar in der Mittelklasse als recht leistbar an.
  • bearbeitet 15. März, 11:01
    Kaffeelöffel schrieb: »

    Und dann hättest du das Angebot für finanzielle Unterstützung zum Hauskauf auch abgelehnt? Und wärst weiterhin in einer Mietwohnung geblieben?
    Und genau das mein ich: der Bäcker und die Friseurin sollten dann die Hilfe der Verwandtschaft ausschlagen weil sie es sich nicht aus eigener Kraft erarbeiten können?

    Das kann ich nicht sagen aber ich denke ja. Ich möchte niemandem etwas schuldig sein oder das Gefühl haben es zu sein. Insbesondere bei der Schwiegerfamilie (nicht meiner sondern generell).

    Edit: also zB konkret in eurem Fall: wie würdet ihr es bei einer Trennung machen? Ihr finanziert das Haus gemeinsam und steht beide im Grundbuch. Aber den Grund hat ja dein Mann von seinen Eltern bekommen. Fändest du es dann fair davon die Hälfte zu kassieren? Deshalb war mir wichtig dass wir die Dinge gemeinsam aufbauen und Nix von wem andern kommt, und ich denke diese Meinung hätte ich auch andernfalls nicht geändert, aber wer weiß.

    Ich hab mich sogar von einem Partner aus so einem Grund getrennt. Er hat jung ein Haus geerbt und dort gewohnt und wollte dort nie weg. Ich wollte gemeinsam ein Zuhause aufbauen (Wohnung) als ich dann im 1. Job war, aber er nicht. Er wäre dort nie weg gegangen und ich wollte aber etwas gemeinsames haben, nicht seins.

    Aber das ist mein ‚Vogel‘. Ich möchte nicht werten. Ich freue mich für euch, dass es für alle Beteiligten passt und ihr euch das verwirklichen könnt, und wünsche euch dass es immer so bleibt.

    Dennoch finde ich das Thema Erben sozial ungerecht und hätte andere Ideen.
  • @mydreamcametrue ich denke im Fall von @Kaffeelöffel würde sich eine gerechte Lösung finden und würde sich auch zusätzlich notariell niederschreiben lassen. Ich finde das in diesem Fall die Hälfte vom Grundbuch als Absicherung dient und auch notwendig ist.

    Im Falle deines Ex finde ich es ein wenig unfair, weil ich finde das verständlich wenn einer aus familiären Gründen (Erbe, etc) dort bleiben will. Wenn es nicht gerade eine Wohngemeinschaft mit den Schwiegereltern Voraussetzt 😅. Ich kann es verstehen und würde es auch nicht aufgeben und dafür in eine Wohnung ziehen.
  • @Linna die Schwiegermutter war Nachbarin, das war auch ein Grund. Ja, war eine schwierige Situation aber ich bin froh wie’s gekommen ist und er hat auch eine Frau gefunden die mit ihm nach wie vor dort lebt, also alles gut.
  • Also das mit dem erben finde ich einen komischen Gedanken. Du sparst doch selbst auch für deine Kinder, oder @mydreamcametrue ? Wenn dir jetzt was zustößt bekommen dass dann nicht deine Kinder, weil aus dem Ersparten ja eine Erbe wird?! Und 18-jährigen ein Startkapital zu geben ist ein netter Gedanke, aber ich hätte mit 18 Jahren vmt eine Weltreise damit gemacht oder es anderweitig verblasen.

    Ebenso bin ich der Meinung, dass die Leute, je mehr Geld, desto geiziger. Dies könnte ich jetzt mit zig Beispielen belegen und nicht umsonst heißt es sprichwörtlich: "Von den reichen lernt man das sparen".

    Wir haben unser Grundstück von meinem Opa geschenkt bekommen. Wurde als Erbanteil für meinen Papa verschriftlicht. Meine Schwestern wollten es nicht - erledigt. Mein Mann steht genauso im Grundbuch. Allein schon wegen dem Haus, dass wir darauf gebaut haben. Es gehört uns beiden. Dessen sind sich alle bewusst. Im Scheidungsfall wird es verkauft oder ich zahle utopischer Weise meinen Mann aus. Und Erbe abzulehnen, finde ich natürlich oke, aber nicht mein Weg. Mein Mann hat sein Erbe mit 21 Jahren ggb seinen beiden Geschwistern abgelehnt, als sein Papa starb. Jetzt 15 Jahre später sieht er das schon anders.

    Und zu sagen, die Durchschnittsverdiener können sich easy cheesy ein Haus kaufen oder dgl. Ist ein Blödsinn. 2 Familien in meinem Freundeskreis warten sehnlichst bis Juni, wo diese Bankkredit-Regeln fallen.
    Familie 1: Er Firmenarbeiter Sie Lehrerin - 1 Kind
    Familie 2: Sie studiert und nebenbei Fitnesscenter Leiterin Er Geneindearbeiter - 2 Kinder

    Beide haben seit Jahren einen Bauplatz.

    Also da würde ich schon aufpassen mit den Aussagen.
    sulmtaler
  • Ich wäre auch stark dagegen Erbe abzuschaffen, aus 2 Gründen:

    1. Ist es ein wichtiger Leistungsanreiz für seine Kinder etwas aufzubauen. Wir als Gesellschaft brauchen dringend Leute die zu Leistung bereit und fähig sind. Wenn einem genau nix davon bleibt, ist der Anreiz sich anzustrengen und zu leisten deutlich geringer.

    2. Glaube ich nicht, daß es sozial gerechter wäre. Die wirklich reichen haben ihr Geld ohnehin in Stiftungen, Firmen etc geparkt. Treffen würde das den Mittelstand, wos dann ums Erben des Elternhauses geht und oft eh nicht mehr als das da ist. Dazu glaube ich auch, daß viele 18jährige das verpulvern würden. Ich wäre für sehr hoch angesetzte Erbschafts oder Vermögenssteuern (ab 2 Mio oder so). Damit könnte man jungen Erwachsenen den Vermögensaufbau erleichtern. Zb Wohnungen und Häuser mit echter Mietkaufoption bezuschussen. Dh, der Kaufpreis wird beim Einzug fixiert, und ein Teil der Miete wird auf den Kaufpreis angerechnet. Das würde den benötigten Kredit deutlich verringern, und somit könnten es sich viel mehr junge Familien leisten.
    GlücksmamaKFPLevantesulmtaler
  • Welches Einkommen ist denn für euch Durchschnitt / Mittelklasse?
    KFPwuhselwuh
  • soso schrieb: »
    Welches Einkommen ist denn für euch Durchschnitt / Mittelklasse?

    Dazu gibts Rechner, zb diesen. Basiert allerdings auf 2022, dh man sollte das alles noch so 10 % raufsetzen https://www.derstandard.at/story/3000000174609/gehoeren-sie-noch-zur-mittelschiac
  • melly210 schrieb: »
    Ich wäre auch stark dagegen Erbe abzuschaffen, aus 2 Gründen:

    1. Ist es ein wichtiger Leistungsanreiz für seine Kinder etwas aufzubauen. Wir als Gesellschaft brauchen dringend Leute die zu Leistung bereit und fähig sind. Wenn einem genau nix davon bleibt, ist der Anreiz sich anzustrengen und zu leisten deutlich geringer.

    Spannend, erlebe ich genau umgekehrt.
    Haben einige Bekannte die bewusst nur Teilzeit arbeiten oder sich nix ansparen weil sie bereits wissen wieviel sie erben oder bereits geerbt haben.
  • Ich denke da gibt's solche und solche. Wenn man gern arbeiten geht weil man seinen Job mag, wird man vmtl auch mit fettem Erbe weiterarbeiten. Wenn man hingegen arbeitet, um zu leben, wird man vmtl mit Erbe nicht mehr arbeiten.
  • melly210melly210

    3,406

    bearbeitet 16. März, 16:06

    Spannend, erlebe ich genau umgekehrt.
    Haben einige Bekannte die bewusst nur Teilzeit arbeiten oder sich nix ansparen weil sie bereits wissen wieviel sie erben oder bereits geerbt haben.

    Wirds sicher geben. Aber 1. muß das Erbe dazu schon eher groß sein, nur das Elternhaus wird dazu nicht reichen. Das muß ja auch erhalten werden, man muß auch mit Haus von was leben etc. 2. Muß man, wenn man nicht mehrere Zinshäuser oder so erbt und Geld zum Leben abseits des Erbes braucht, schon eine recht gute Berufsausbildung gemacht haben um auch von Teilzeit gut leben zu können bzw später eine annehmbare Pension zu bekommen. Dh, auch da muß man was geleistet haben.

    Und schlußendlich: es ist auch eine Frage der Erziehung. Ich werd auch erben (bzw einen Teil hab ich vorgezogen bekommen). Trotzdem hätten meine Eltern nie zugelassen, daß ich auf der faulen Haut liege. Die hätten mich glaub ich enterbt wenn ich mit Aussicht auf das Erbe mich in der Schule nicht angestrengt hätte, nicht oder kaum arbeiten gegangen wäre etc. Das Vermögen der Familie soll ja erhalten und vermehrt werden, und nicht verringert oder durchgebracht.

    Ich werd das auch bei meinem Sohn so halten. Der wird noch mehr erben, da Einzelkind. Aber Leistung werden wir definitiv von ihm verlangen. Welcher Job/was ist wurscht, aber nur daheim rumhängen ohne was zu tun ist nicht.

    Das seh ich auch in meinem Umfeld so. Meine Nachbarn sind fast alle wohlhabender als wir, einzelne sind Prominente. KEINS von deren Kindern liegt auf der faulen Haut. Wenn es um Unternehmer mit eigenen Firmen geht, artet dss Teils sogar aus mit Druck auf die Kinder. Detto bei Arbeitskollegen die substantiell geerbt haben. Würde man weder ihnen noch ihren Kindern anmerken, die gehen alle normal arbeiten etc.
    sulmtalersuse
  • bearbeitet 16. März, 16:41
    @melly210 ist ein netter Gedanke, aber zu 100% kannst du halt nicht steuern ob bzw. wieviel dein Sohn erbt. Es soll ja auch unerwartete Todesfälle geben.

    Und wenn man eine Immobilie erbt ist es einfach ein großer Vorteil. Und viele Kosten fallen weg. Wenn man kauft muss man genauso erhalten. Wir haben eine Nachbarin die hat das Haus geschenkt bekommen zur Hochzeit. Die arbeiten beide nur Teilzeit in Handel bzw Handwerk und leben sicher nicht schlecht.

    Mir wird diese Diskussion aber bissl zu müßig ehrlich gesagt. Ich bin trotzdem gegen Erben. Trotzdem lass ich euch gern eure Meinung, meine Erfahrungen im Umfeld bzw. was man so mitbekommt sind einfach andere. Jeder hat halt eine andere Bubble.
    Das erbrecht bleibt ja eh unangetastet wie man sieht, daher ist das hier eh nur Blabla.
  • melly210melly210

    3,406

    bearbeitet 16. März, 20:39
    @mydreamcametrue das dicke Ende kommt bei denen aber erst wenn sie beide in Handel und Handwerk nur Teilzeit arbeiten. Das mag sich jetzt ausgehen, weil sie keinen Kredit abzahlen müssen. Aber das sind keine Berufe mit sonderlich hohen Einkommen, somit werden deren Pensionen eher mickrig ausfallen, wenn sie nicht wieder auf Vollzeit gehen sobald die Kinder größer sind, und ausgleichen durch nebenher in großem Umfang ansparen werden sie auch nicht können. Gleichzeitig werden dann aber größere Reparaturen fällig werden.

    Das habe ich vorhin eben gemeint. Um längerfristig mit beide nur Teilzeit gut leben zu können, auch später in der Pension, braucht man entweder einen sehr gut bezahlten Berufe (um den zu erreichen muß man substantiell was leisten), oder man hat in gröberem Umfang geerbt. Da reicht sicher nicht ein selbst bewohntes Eigenheim, da müsste man schon ein Zinshaus oder halt mehrere Wohnungen erben, so daß durch die Vermietungen auch nach Steuer und Kosten für den Erhalt noch gut was übrig bleibt. Meine Eltern vermieten aktuell 2 Wohnungen in Wien, denen bleiben insegsamt ein eher niedriger dreistelliger Betrag im Monat über wenn man ehrlich alle Ausgaben und Steuern gegenrechnet. Nice to have, aber selbst das würde die deutlich niedrigeren Pensionen nicht ausgleichen.

    Zu meinem Sohn: die Kinder werden ja dann schon entsprechend erzogen. Der zeigt auch jetzt schon Leistung, will von sich aus aufs Gym, überlegt welchen Beruf er später mal haben will etc. Der käme gar nicht auf die Idee nix zu machen. Er sieht es ja auch bei uns, wir gehen beide ganz normal arbeiten, auch wenn wir im Pensionsalter dann nochmal was erben werden.

    Aber ja, ist eine Diskussion um den Kaiser seinen Bart.
  • bearbeitet 16. März, 21:14
    @melly210 von besagten Personen ist eine Einzelkind und der andere hat 1 Bruder. Sie gehen davon aus jeweils das Elternhaus bzw. halt die Hälfte zu erben und das dann für die Pension zu verscherbeln. Hat sie zumindest mal erzählt.
    Sie hat auch studiert und hatte einen guten Posten, als sie dann geheiratet und das Haus bekommen hat wollte sie das nicht mehr und steht jetzt eben in einem Geschäft das Artikel passend zu ihrem Hobby verkauft für 16 Stunden pro Woche, weils ihr mehr Freude macht (eh schön) und sie ja eh erben wird.
    Ihr Vater war übrigens im Vorstand von einem bekannten österreichischen Unternehmen.

    Also es gibt solche Fälle auch. Kenne leider ein paar davon. Ob das später aufgeht werden sie ja sehen aber notfalls kann man das Eigenheim verkaufen und sich verkleinern.

    Und nicht dass ich es euch wünsche, aber gute und interessierte Schüler können sich in der Pubertät oder als Junge Erwachsene noch ordentlich verändern. Manche Kinder rebellieren und wollen bewusst ganz anders als die Eltern sein.

    Also bloßes vorleben ist überhaupt kein Garant (leider), aber natürlich hofft man.
  • Ich finde die unterschiedlichen Ansätze und Meinungen hier sehr interessant! 😀

    Ich seh das wie @melly210 und glaub auch, dass da ein sehr großes Vermögen vererbt werden muss, um komplett darauf in der Zukunft zu bauen und dass ein Großteil der Menschen doch die Motivation hat etwas zu leisten (wie auch immer das ausschaut).

    Und außerdem kann man sich ja auch nicht darauf verlassen. Was ist, wenn nochmal ein Pflegeregress kommt? Die Mutter einen jungen Liebhaber findet und das Geld doch verprasst (was ihr gutes Recht ist) 😆? Und dann gibt's vielleicht gar kein Erbe im erhofften Ausmaß.
    Levantemelly210winnie
  • LevanteLevante

    80

    bearbeitet 16. März, 21:45
    Ich finde die Diskussion echt spannend.

    Im Prinzip herrscht quer durch die meisten Posts recht große Einigkeit über die Parameter was einen "guten Lebensstandard" ausmacht. Die Diskussion spießt sich dort, wo es darum geht wem stet er zu... Steht Menschen aus sozioökonomisch benachteiligten Haushalten ein "guter Lebensstandard" zu (oder jammern die nur, sind unzufrieden und geben sich dem Massenkonsum hin)? Oder anders gefragt ist es verwerflich einen "guten Lebensstand" zu haben weil man in der großen Lotterie der Geburt etwas mehr Glück hatte (Stichwort Erbe). Und natürlich geht es um die Frage, wer sind die Leistungsträger:innen in einer Gesellschaft und was ist Leistung für eine funktionierende Gesellschaft (Stichwort Carework, Kunst und Kultur). Ich habe da selber keine einfachen Antworten auf diese Fragen. Aber ich philosophiere da gerne drüber...
    KaffeelöffelsulmtalerawaBabsiPill
  • Ich hab jetzt nicht jeden einzelnen Beitrag gelesen. Was mir auffällt, ist, dass ich schon Vieles, das andere als "guten Lebensstandard" empfinden, als Luxus empfinde, jedenfalls derzeit. Privatärzte? Luxus! Immobilie besitzen? Luxus! Mehrmals jährlich Urlaub? Luxus! Essen einkaufen, egal, was es kostet? Luxus! Essen gehen, wann man will? Sowas von Luxus, ich würde sonst nur essen gehen. ;)
    Wir sind nicht arm, bauen uns aber gerade zwei Firmen selbstständig auf und haben zwei kleine Kinder. Als ich noch kinderlos war und 8 Jahre VZ gearbeitet habe, hab ich mir 10.000 Euro angespart, um länger bei meinem Sohn daheimbleiben zu können. Die sind jetzt, fast fünf Jahre später, natürlich aufgebraucht, ich war lang bei den Kindern daheim und würde es immer wieder so machen. Mein Mann und ich arbeiten beide viel, beide selbstständig, gleichzeitig sind die Kinder nur halbtags im Kindergarten. Das ist für mich auch Luxus, dass ich sie um 13 Uhr abholen kann und den restlichen Tag mit ihnen verbringen kann, und irgendwie geht es sich dann finanziell aus. Aber reich werden wir so natürlich nicht. Würden wir aber auch nicht, wenn wir beide VZ arbeiten würden.
    Wir kaufen fast alles gebraucht, nicht nur aus finanziellen Gründen, sondern auch aus der Überzeugung heraus, dass viel zu viel neu hergestellt wird, während woanders neuwertige Dinge weggeschmissen werden.
    Es überrascht mich, dass zum "Luxus" für manche offenbar nur noch eine Yacht und ein abbezahlter Hauskredit gehören, überspitzt gesagt, und alles andere ist ein normaler Lebensstandard für die Mittelschicht.
    Irgendjemand hat weiter oben geschrieben, es würden sich auch die Reichen zur Mittelschicht zählen. Das passt hier gerade ganz gut, jedenfalls aus meiner Sicht.
    Sicher kommt es auch darauf an, mit wem man sich vergleicht. Wenn ich mich mit einer Millionenerbin vergleiche, seh ich immer arm aus. Aber auch in Österreich gibt es sehr viele Menschen, die beim Essen oder Heizen sparen müssen, damit sich die Miete ausgeht. Das ist für mich kein guter Lebensstandard mehr.
    Sarah123Kaffeelöffelsara2709melly210Lulu98winnie
  • @puffin die Armen zählen sich auch zur Mittelschicht- Niemand fühlt sich selbst reich oder Arm, mMn.
    Das ist auch das Problem, weil die ärmeren Leute wählen dann „Mittelschicht“ obwohl sie von Sozialpolitik mehr profitieren würden.
    melly210Mohnblume88
  • @kea bis man bei uns profitiert muss man aber schon sehr weit unten sein bzw ich denke nach unten ist dke Grenze fließender als nach oben.
  • FineyFiney

    444

    bearbeitet 17. März, 08:43
    @puffin

    Edit: Ich bezieh mich jetzt auf WahlärztInnen - ich habe gerade gelesen, dass du von PrivatärztInnen schreibst, daher bin ich mir nicht sicher, ob wir 100% das gleiche meinen. Also falls nicht, dann bitte korrigier mich :)
    ____

    Das Thema mit den WahlärztInnen finde ich ein sehr schwieriges. Unser Kassensystem funktioniert nicht mehr so gut wie es sollte. Anderenfalls würden und müssten nicht so viele Menschen auf das Wahlsystem ausweichen. Es als Luxus zu bezeichnen finde ich daher falsch. Wenn Menschen auf das Wahlsystem ausweichen, manchen sie innerhalb des Kassensystems Platz für andere.

    Für meinen Sohn haben wir eine Überweisung für einen HNO bekommen. Der hat sich meinen Sohn keine fünf (!) Minuten angeschaut und sofort eine Überweisung zur OP ausgestellt und dabei nicht erklärt um was es genau geht. Es ist sicher kein schlechter Arzt - er hat schlichtweg keine Zeit (bei so vielen PatientInnen) sich genauer mit einem Patienten zu beschäftigen. Wir sind dann zur privaten HNO - die hat sich die Zeit genommen mehrere Tests zu machen und meinte, dass eine OP in kennerweise gerechtfertigt ist und vor ihr ein gesundes Kind sitzt.

    Wir werden nicht mehr zum KassenHNO gehen - das macht hoffentlich auch Platz für eine Familie, die sich den privaten HNO nicht leisten kann und die dann vielleicht auch mehr Zeit für eine Diagnoseerstellung bekommen.

    Ich erwarte mit von einem Wahlarzt/Wahlärztin kein Special Treatment. Sondern die Leistung, die vor einiger Zeit noch von Kassenärztinnen gewährleistet werden konnte (zeitnahe Termine + genügend Zeit für die Diagnoseerstellung).

    Ein zeitnaher Termin, wenn ich z.B. ein auffälliges Muttermal habe, ist für mich kein Luxus. Wenn ich dafür zusätzlich zu meiner Kassenabgabe noch zahle, dann ist das für mich eigentlich Geld, das mir am Ende des Tages zum Sparen oder für einen Urlaub fehlt. Aber derzeit sehe ich es als Notwendigkeit zu denken und zu handeln.

    Luxus (bezogen auf die Gesundheit) für mich ist, wenn ich teure Zusatzbehandlungen mache z.B. eine teure Gesundenuntersuchung im Privatspital, "Star-Ärztinnen", verschiedenste Kuren und Special Treatments, die mir vielleicht gut tun, aber nicht vergleichbar mit einem auffälligem Muttermal sind.

    Für mich ist es auch kein Luxus, dass ich mein Kind gegen Meningokokken impfen lasse oder das ich eine Varizellen Impfung mache, weil ich die nicht hatte und vor habe schwanger zu werden. Das sind für mich wirklich wichtige Maßnahmen, die leider nicht von der Kasse übernommen werden.


    Kurz gesagt: Mir fehlt am Ende des Tages Geld im Börserl, wenn ich auf das Wahlsystem ausweiche (oder Impfungen bezahle), aber ich mache das nicht aus Luxus, sondern aus Notwendigkeit und indirekt glaube ich auch das Kassensystem für andere zu entlasten.

    Biancaa_awaannamausMarleKathisa25Thessiwinnie
  • @Finey

    Bin ich voll bei dir. Noch Ärger ist, dass auch bei all den Privatärzten in unserer Umgebung (FA, HA, Urologe) die Wartezeit mittlerweile auch schon mind. 3 Monate beträgt, sofern man überhaupt als Patient noch drangenommen wird.
    mockingbird
  • Ka48 schrieb: »
    @Finey

    Bin ich voll bei dir. Noch Ärger ist, dass auch bei all den Privatärzten in unserer Umgebung (FA, HA, Urologe) die Wartezeit mittlerweile auch schon mind. 3 Monate beträgt, sofern man überhaupt als Patient noch drangenommen wird.

    Ebenso.

    Und was ich hinzufügen möchte:

    Ebenfalls finde ich es Mittelschicht wenn man bei Lebensmitteln kaufen kann was man möchte bzw. schmeckt.
    Natürlich spreche ich da nicht von teuren Wein, Steaks, Trüffelburrata und Kaviar.

    Aber in der Mittelschicht, bei einem soliden Standard, sollte ich nicht überlegen müssen ob ich mir solide, ausgewogene und frische Gerichte kochen kann oder ob es Nudeln mit Ketchup sein müssen.

    Das ist für mich definitiv kein Luxus.
  • melly210melly210

    3,406

    bearbeitet 17. März, 09:59
    @mydreamcametrue ob ein bzw ein halbes Elternhaus ausreichen wird ist die Frage - wenn sie das überhaupt bekommen, weil ee wurde eh schon gesagt, kann zb sein daß die Eltern es doch verpassen etc. Demnach, das bleibt ein riskantes Spiel, außer bei einem sehr großen Erbe, und das haben wirklich Wenige.

    Ich bestreite ja nicht, daß es solche Leute gibt, aber ich denke es gibt SEHR viel mehr Mittelschicht-Leute für die etwas aufzubauen ein wichtiger Leistungsanreiz ist. Daher denke ich der Leistungsanreiz-Aspekt überwiegt gesamtgessllschaftlich gesehen deutlich.
    sulmtaler
  • Finey schrieb: »
    @puffin

    Edit: Ich bezieh mich jetzt auf WahlärztInnen - ich habe gerade gelesen, dass du von PrivatärztInnen schreibst, daher bin ich mir nicht sicher, ob wir 100% das gleiche meinen. Also falls nicht, dann bitte korrigier mich :)
    ____

    Das Thema mit den WahlärztInnen finde ich ein sehr schwieriges. Unser Kassensystem funktioniert nicht mehr so gut wie es sollte. Anderenfalls würden und müssten nicht so viele Menschen auf das Wahlsystem ausweichen. Es als Luxus zu bezeichnen finde ich daher falsch. Wenn Menschen auf das Wahlsystem ausweichen, manchen sie innerhalb des Kassensystems Platz für andere.

    Für meinen Sohn haben wir eine Überweisung für einen HNO bekommen. Der hat sich meinen Sohn keine fünf (!) Minuten angeschaut und sofort eine Überweisung zur OP ausgestellt und dabei nicht erklärt um was es genau geht. Es ist sicher kein schlechter Arzt - er hat schlichtweg keine Zeit (bei so vielen PatientInnen) sich genauer mit einem Patienten zu beschäftigen. Wir sind dann zur privaten HNO - die hat sich die Zeit genommen mehrere Tests zu machen und meinte, dass eine OP in kennerweise gerechtfertigt ist und vor ihr ein gesundes Kind sitzt.

    Wir werden nicht mehr zum KassenHNO gehen - das macht hoffentlich auch Platz für eine Familie, die sich den privaten HNO nicht leisten kann und die dann vielleicht auch mehr Zeit für eine Diagnoseerstellung bekommen.

    Ich erwarte mit von einem Wahlarzt/Wahlärztin kein Special Treatment. Sondern die Leistung, die vor einiger Zeit noch von Kassenärztinnen gewährleistet werden konnte (zeitnahe Termine + genügend Zeit für die Diagnoseerstellung).

    Ein zeitnaher Termin, wenn ich z.B. ein auffälliges Muttermal habe, ist für mich kein Luxus. Wenn ich dafür zusätzlich zu meiner Kassenabgabe noch zahle, dann ist das für mich eigentlich Geld, das mir am Ende des Tages zum Sparen oder für einen Urlaub fehlt. Aber derzeit sehe ich es als Notwendigkeit zu denken und zu handeln.

    Luxus (bezogen auf die Gesundheit) für mich ist, wenn ich teure Zusatzbehandlungen mache z.B. eine teure Gesundenuntersuchung im Privatspital, "Star-Ärztinnen", verschiedenste Kuren und Special Treatments, die mir vielleicht gut tun, aber nicht vergleichbar mit einem auffälligem Muttermal sind.

    Für mich ist es auch kein Luxus, dass ich mein Kind gegen Meningokokken impfen lasse oder das ich eine Varizellen Impfung mache, weil ich die nicht hatte und vor habe schwanger zu werden. Das sind für mich wirklich wichtige Maßnahmen, die leider nicht von der Kasse übernommen werden.


    Kurz gesagt: Mir fehlt am Ende des Tages Geld im Börserl, wenn ich auf das Wahlsystem ausweiche (oder Impfungen bezahle), aber ich mache das nicht aus Luxus, sondern aus Notwendigkeit und indirekt glaube ich auch das Kassensystem für andere zu entlasten.


    Ich finde schon, dass es Luxus ist, sich sowas leisten zu können.
    Der Normalbürger geht zum Kassenarzt, da er nicht einfach mal in der Lage ist mehrere hundert Euro für Wahlarztleistungen auszugeben.
    Das heißt, er wartet - egal ob das eine wichtige Maßnahme und Notwendigkeit ist oder nicht.
    Dir fehlt am Ende Geld im Börserl - andere haben das Geld gar nicht erst.


    Ich hab im letzten Jahr fast 3k Euro an Wahlarztkosten gehabt, weil ich nicht die Zeit (und die Muße) hatte, auf Termine bei Kassenärzten zu warten, bei denen man dann innerhalb von 5 min abgefertigt wird.
    Für mich ist das Luxus, dass ich sowas einfach so aufbringen kann.



    Das österreichische Arztsystem gehört für mich mehr als dringend reformiert.
    Es kann doch nicht sein, dass nur Reiche sich ein zeitnahes (nächster Tag) MRT leisten können, wenn Auffälligkeiten vorliegen.
    Der Spaß kostete mich ca. 600 Euro, kein Cent Rückzahlung durch die gesetzliche KK.

    Termin beim Kassenarzt/KH: mind. 6 Monate Wartezeit

    sulmtalerLulu98BabsiPill
  • Es gibt definitiv eine 2 oder 3 Klassenmedizin in Österreich, aber ich empfinde es für mich schon teilweise als Luxus zu Wahlärzt/innen zu gehen.

    Unsere Kinderärztin ist Wahlärztin und gerade mit der Großen könnte ich genauso für die normalen Sachen zum Hausarzt gehen. Ich find es aber praktischer und bequemer bei der Kinderärztin, weil wir nicht lang warten müssen und nicht weil die Behandlung besser ist. Das ist definitiv Luxus und eigentlich nicht notwendig.
  • @sasalu

    Aber wo ist dann die Abgrenzung von Mittelschicht zur ökonomisch schwach/arm?
    Ja, es gibt die Menschen, die nicht das Geld haben sich eine Wahlärztin zu nehmen, aber für mich gehört es zur Mittelschicht, das ich Geld habe, das ich für Dinge aufwenden kann, die mir belieben. Mir beliebt es nicht, dass ich das Geld für Wahlärztinnen aufwenden muss, weil das System kaputt ist, aber ich mache es.

    Für mich bedeutet reich sein, dass ich auf nichts schauen muss und im Überfluss leben kann - das sind dann sämtliche WahlärztInnen, Fernreisen und tollen Lebensmittel. (Superreich ist dann sowieso nochmal was anderes!) Mittelschicht bedeutet für mich, dass ich mein Geld gezielt so einsetzen kann wie ich es brauche (aber eben nicht für alles Geld habe und Verzicht genauso kenne und auch hier gibt es einfach eine untere/obere Mittelschicht).

    Eine medizinische Behandlung in absehbarer Zeit ist KEIN Luxus. Es ist absurd, dass das heute nicht mehr für alle möglich ist. Ich finde es ist auch kein Luxus, wenn ich mir das selber zahle und ich dann etwas anderes verzichten muss. Wir sollten uns auch nicht damit zufrieden geben, dass manche von uns es sich trotzdem leisten können. Es müsste nicht so sein.

    Wenn du aufgrund Bequemlichkeit/kürzerer Wartezeiten lieber zum Kinderarzt als zum Hausarzt gehst, dann mag das Luxus sein, aber es ist dann ja auch nicht vergleichbar mit einem auffälligen Muttermal und keinem Kassentermin (von dem ich ja gesprochen habe).


    @mydreamcametrue

    Ich sehe das mit den Lebensmitteln gleich wie du. Aber auch hier muss sagen - bis vor einigen Jahren war der Lebensmittelkauf wirklich nicht so ein großes Ding und hat weit weniger gekostet.

    Auch hier wende ich lieber mehr Geld im Supermarkt auf und verzichte wo anders. Früher war beides möglich.


    Mir kommt vor, dass viele meinen, wenn sie nicht demütig dafür sind, dass sie genügend zum Leben haben, dann wäre es moralisch verwerflich. Ich frage mich aber wie viele den wirklich auf den ganzen "Luxus" von dem sie reden verzichten könnten und wie viele nur davon schreiben :)

    Einige haben geschrieben, dass ihnen genügend Wohnraum wichtig ist und Privatsphäre für alle in der Familie.
    Wir haben das nicht. Einerseits fehlt es bei uns an Wohnangebot und andererseits ist das Angebot was genügend Wohnraum/Privatsphäre bieten würde SO teuer (egal, ob Miete oder Kauf), dass dann Urlaub, WahlärztInnen und guter Lebensmittelkauf alles wegfällt. Was für mich wieder das Beispiel ist: Mittelschicht hat zwar Geld, aber muss darauf achten/priorisieren wie sie sie einsetzt.


    TinniemydreamcametrueLeni91
  • Ich glaube, dass Problem in diesem Thread ist die subjektive Beurteilung der Definition Mittelschicht.

    Welche Einkommenshöhe monatlich noch zur Mittelschicht gehört, ist ja "festgelegt".
    Lt. google gehört man da schon mit einem Einkommen von ca. 1.500 Euro netto dazu (es geht bis ca. 3.300 Euro)

    Thema auffälliges Muttermal hab ich meine eigenen Erfahrungen gemacht.
    13 Kassenärzte angerufen: Termine zwischen 10 und 12 Monate Wartezeit.
    Wahlarzt 3 Monate Wartezeit. Kosten 140 Euro.

    Und jetzt geht es dann nicht mehr darum, was uns "beliebt" sondern was wir uns mit unserem monatlichen Einkommen leisten können.

    Ich kann mir diese 140 Euro leisten und muss nicht wirklich drüber nachdenken.

    Jemand mit ca. 1.500 Euro Einkommen wird nach Miete, monatlichen sonstigen Fixkosten etc. wahrscheinlich nicht einfach mal so 140 Euro aufbringen können - geschweige denn die 600 aus meinem Beispiel.

    Ja, es ist absurd, dass das nicht für alle möglich ist zu erhalten.
    Das ist genau das, was ich oben geschrieben habe.

    Aber diese Bewertung hat nichts mit reich oder arm zu tun.

    Dass ich mir das jederzeit leisten kann und nicht warten muss, das ist für mich Luxus.


    "Wenn du aufgrund Bequemlichkeit/kürzerer Wartezeiten lieber zum Kinderarzt als zum Hausarzt gehst, dann mag das Luxus sein, aber es ist dann ja auch nicht vergleichbar mit einem auffälligen Muttermal und keinem Kassentermin (von dem ich ja gesprochen habe)."

    Du musst das schon richtig lesen... wenn ich aufgrund einer Auffälligkeit zum MRT muss, dann ist eine kurze Wartezeit evtl. entscheidend für die weitere Gesundheit.
    Von Kinderarzt und Hausarzt steht da nichts, weiß nicht wo du das gelesen hast.


    Aber ja, auch das.
    Bei uns gibt es für ca. 16Tsd Kinder einen Kinderarzt - auch da ist man dann teilweise auf den Wahlarzt angewiesen.
    Und auch da kanns sein, dass man keine Zeit auf ewiges Warten hat und sich die kürze Zeit dann "erkaufen" muss.



  • sulmtalersulmtaler

    690

    bearbeitet 17. März, 11:34
    @sasalu Ich hab das geschrieben mit der Bequemlichkeit. 😀

    @Finey Wir haben hier an unserem Wohnort anscheinend (noch) eine sehr gute medizinische Versorgung auch ohne Wahlärzt/innen. Da steht definitiv oft die Bequemlichkeit im Vordergrund und daher ist es für mich teilweise schon Luxus.

    Hautarzt hab ich erst vor Kurzem gesucht und bei ein paar Kassenärzt/innen gelesen, dass dringende Fälle auch spontan kommen können (mit entsprechender Wartezeit vor Ort).

    Eine entsprechende medizinische Versorgung darf natürlich kein Luxus sein!

    Besonders schlimm ist ja alles was mit den Zähnen zu tun hat. Da ist es ja jetzt schon so, dass die Krankenkasse nur das absolute Minimum in der schlechtesten Qualität zahlt 😣.
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