Hallo!
Meine Tochter ist 3 Jahre alt. Seit Dezember ist sie im Kindergarten. Die Eingewöhnung hat wie im Bilderbuch geklappt. Sie ist ab Tag 1 für gut 2,5 Monate gerne gegangen. Vor ein paar Wochen hat es begonnen, dass sie sich schwer getan hat, sich von mir oder meinem Partner zu trennen. Nach ein paar Minuten ist sie dann aber trotzdem glücklich in die Gruppe gegangen. Seit gut zwei Wochen ist es eine Katastrophe. In der Früh ist noch alles in Ordnung, aber sobald sie merkt, dass es Richtung anziehen und fertig machen für den Kiga geht, legt sich ein Schalter um. Sie beginnt zu weinen und sich mit Händen und Füßen zu wehren.
Manchmal hilft viel Überredung, spielerisches Herangehen, wir haben versucht ihr viel Zeit zu geben, noch zu kuscheln, wir haben versucht den Prozess schnell durchzuziehen, aber richtig gut gaklappt hat nichts.
Bisher haben wir keine effektive Strategie gefunden, um ihr den Weg zu erleichtern.
Wir haben festgestellt, dass die Abgabe im Kindergarten besser funktioniert, wenn wir die Trennung rasch durchziehen. Die Pädagoginnen sind da sehr lieb und unterstützend. Meine Tochter mag auch beide sehr gerne. Wir übergeben sie direkt an eine der beiden am Fenster und ich wink ihr dann von unten nochmal zu. Zu dem Zeitpunkt ist sie immer schon ruhiger, aber dennoch weinerlich. Die Pädagoginnen schicken dann nach 5 Minuten ein Foto, wo sie vergnügt mit anderen spielt. Sie ist gerne dort, aber der Weg dahin ist aktuell für alle belastend und nervenzerrend. Wir wollen sie ja auch nicht gegen ihren Willen hinbringen, gleichzeitig wollen wir sie aber auch nicht (zu lange) daheim lassen, da sonst der Umstieg vermutlich nur noch schwerer wird. Zweimal war es bisher so, dass wir sie wieder mit nach Hause genommen haben, weil sie so geweint hat.
Ich denke die Situation haben vermutlich schon viele Eltern erlebt, daher bin ich sehr gespannt, wie ihr damit umgegangen seid und was euren Kindern geholfen hat.
Kommentare
11,919
was sagen denn die Pädagoginnen?
Ist was spezielles Vorgefallen, dass sich das so verändert hat?
Wenn es keinen speziellen Auslöser gab, wie nehmen sie deine Tochter dort wahr? Lässt sie sich grundsätzlich aufs Spiel ein, isst sie, trinkt sie?
Ich hab beim Lesen deiner Zeilen den Eindruck bekommen, dass sie grundsätzlich gern dort ist, ihr aber der Abschied aktuell etwas schwer fällt. solche Phasen können normal sein und kommen gerade am Anfang, nach der ersten Eingewöhnung, häufig vor.
Ich denke, was sie jetzt braucht (vorausgesetzt es geht ihr grundsätzlich gut dort und du vertraust den Pädagoginnen dort auch) ist Sicherheit. Ich würde zu Hause den Nähe-Tank in der früh also nochmal füllen. Nochmal kuscheln, vielleicht ein Buch lesen, falls die Zeit da ist,... Manchen Kindern hilft es auch, wenn sie was mitnehmen können in den Kiga (sofern der Kiga das zulässt). Ein Kuscheltier? Die lieblings-Stoffwindel?
Dann fällt mir noch ein, dass ihr euch ein zeichen der Verbundenheit ausmachen könnt. Sehr beliebt ist z.B. das du ihr und dir ein kleines Herz auf die Hand malst und sie so weiß, dass ihr verbunden seid auch wenn sie dich gerade nicht sieht. Meine Tochter hatte eine zeit lang ein "Kussglas". Da hab ich ihr Küsse "rein gegeben" und das hat sie dann in ihren Kiga-Rucksack gesteckt. Sowas in die Richtung.
Und dann würde ich in dieser Phase so klar und unmissverständlich wie möglich sein. Also in der früh kurz und klar sein: "ich sehe, dass es dir gerade schwer fällt von uns weg zu sein und ich weiß, dass sich die (name der Pädagogin) dort gut um dich kümmert. Ich hole dich (nach dem Mittagess, nach dem Schläfchen,..) wieder ab." In deinen eigenen Worten halt.
Meine Tochter hatte so eine Phase auch und tatsächlich hat am besten geholfen, dass ich Sicherheit und Klarheit ausgestrahlt hab und selbst eben auch davon überzeugt war, dass sie in den Kiga geht. Du musst dir 100% sicher sein, dass sie dort gut aufgehoben ist und du das willst, sonst bist du nicht authentisch und die Kids spüren das sofort und es wird noch schwieriger.
Sag mir gern, ob du damit was anfangen kannst.
Gute Nerven!
101
Laut pädagoginnen ist nichts vorgefallen. Auch meine Tochter hat nichts erwähnt. Sie meinen, dass sie seit kurzem bei zwei Grüppchen aktiv mitspielt und auch gut integriert wird. Die Jausenbox ist immer leer, sie trinkt wie zuhause-eher wenig.
Wie gesagt, sie ist gerne dort. Wenn ich sie zu Mittag abhole, sagt sie auch, dass sie morgen noch länger bleiben mag, aber auch, dass es im Kindergarten anstrengend ist. Die viele Reize, die Interaktionen und Kooperationen sind für sie auf jeden fall fordernd.
Deine Tipps werd ich ausprobieren. Sie sind mir großteils bekannt, aber umgesetzt hab ich sie bisher noch nicht. 🙈 Durch deinen Hinweis mit dem Nähe-/Liebestank bin ich ins reflektieren gekommen und tatsächlich hat sich im letzten Monat bei uns auch im Hinblick auf Routinen einiges geändert und ich habe auch wieder zu arbeiten begonnen. Es klingt für mich sehr schlüssig, dass ihre Reaktion damit zusammen hängt.
DANKE auf jeden fall für deine Antwort
11,347
Will Dir keine Angst machen, aber uns hat man das Kind noch mit 4 oder 5j vom Hals gezogen.
Er wollte einfach nicht. Wenn wir weg waren hat er sich immer schnell beruhigt, gespielt, mitgemacht.... Für ihn war nur die Trennung das Problem. (Trotz Zwillingsbruder in der Neben Gruppe und grosse Schwester in einer anderen Gruppe.) Er hat immer gesehen wie problemlos die anderen rein sind. Aber für ihn war's einfach schwer.
Wir haben immer wieder darüber geredet und ihn sehr konsequent hin gebracht. (Abgesehen von Corona Zeiten)
Nachmittags viel gekuschelt und Freizeit nachgeholt.
Für manche Kinder ist das Einstellen auf andere Regeln sehr Kräfte raubend, es ist für die Kleinsten sehr sehr anstrengend nicht daheim zu sein.
In der Schule gab's dann aber keine Probleme, obwohl er manchmal traurig ist und lieber kuscheln möchte, aber er versteht jetzt, dass Schule seine Arbeit ist und Büro meine.
Wenn sie isst, trinkt und spielt wird sich alles einpendeln. Du magst wahrscheinlich auch nicht jeden Tag gleich gerne arbeiten. Wir Großen retten uns oft von Wochenende zu Wochenende oder von Urlaub zu Urlaub, diese Zeitgefühl fehlt den Kleinen ja.
Vielleicht hilft ihr schon ein Kalender wo sie Sticker kleben darf wenn ein "Arbeitstag" geschafft ist? So dass sie sieht wann Wochenende und zu Hause sein ansteht ? Oder 5 grüne Punkte und dann ein Sticker/Stempel?
2,671
Wir haben in der früh noch ganz viel gekuschelt und dann im Kindergarten hatte sie die "Bussi-Box"... Ein kleines Metallschachterl wo oft so mints drin sind
Da haben wir ein foto von uns reingeklebt und ich hab dann jeden Tag "Bussis in die Schachtel gepackt" (Sie hat sich ausgesucht wie viele), so konnte sie sich immer "eins nehmen" wenn nötig.
Mir war wichtig das das schachterl Hosentaschengröße hatte... So hatte sie die hände trotzdem frei zum spielen
Mittlerweile geht sie seit 3 Jahren
Sie geht sehr gerne aber es gibt tage da nimmt sie die Box immer noch mit 🤷🏻♀️🥰
101
558
Unser Sohn hat letztes Jahr Ostern in der Krippe gestartet (mit 1,5 Jahren) auch Bilderbuch Eingewöhnung.
Dann nach Weihnachten plötzlich- er will nicht mehr hingehen, er will sich in der Früh nicht verabschieden... weinen, auf uns hängen. Aber trotzdem normales Spielen, wenn wir dann weg waren.
Wenn grundsätzlich alles ok ist, dann ist es eine Phase die wieder verschwindet. Nur leider eine sehr schwierige für die Eltern.
Wir wissen nicht was es war und wissen auch nicht wie es dann wieder weg gegangen ist. Kurze Verabschiedung ist trotzdem immer ein guter Tipp!
Einfach Geduld haben und abwarten.
Wir haben ihm trotzdem immer erklärt, dass wir ihn sehr lieb haben, aber in die Arbeit fahren müssen.
Das wird wieder! Haltet durch!