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  • Die gar abenteuerlichen Abenteuer eines minderjährigen Saugwurmes

    Das Saugerl geht übrigens regelmäßig arbeiten.

    Für einen Stundenlohn von Null! Euro und das liegt nicht daran, dass ich seine Konten und das Taschengeld, das die Saugerloma immer vorbei bringt, verwalte.
    Selbst für einen Frauenberuf sind Null! Euro ein sehr mickriges Gehalt, aber dafür kriegt es viele Bussis zugeworfen.

    Das Saugerl arbeitet als Altenerfreuerin. Ehrenamtlich.

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    Es war auch schon im Obdachlosenheim, weil Mutter das hochschwanger noch versprochen hatte, dass der Gschropp auch mal zu Besuch kommt, und bringt seine nicht mehr benötigten Sachen ins Flüchtlingsheim (Kinderheim kennt es noch nicht, das spar ich mir als ultimative Drohung für später auf), aber hauptsächlich besucht es ein Altenheim.
    (Und manchmal besucht es zusätzlich noch die Frau vom lieben Alten, weil das ist eine ehemalige Nachbarin von der Saugerlmutter und auch eine ganz liebe Alte und das Saugerl das erste Baby, das sie in 83 Jahren jemals gehalten hat. Und die liebe Alte ist der erste Mensch abgesehen von Vater, Mutter, Schwester, den das Saugerl jemals und einfach so abgebusselt hat).

    Wahrscheinlich ist das Saugerl derzeit Wiens einziges Baby, das eine Demenzgruppe leitet. Es wird sich daran zwar später nicht mehr erinnern können, aber das Saugerl macht einen grandiosen Job.

    Das Saugerl betrachtet zwei Stunden in der Woche alte Damen, wie sie das Saugerl betrachten. Es lernt dort winken und klatschen, kriegt ein eigenes Joghurt und hat seine eigene alte Ärztin, die immer aufpasst, dass es genug Wasser trinkt. Und weil die alten Damen zwar dement, aber nicht blöd sind, merken sie auch immer, wann das Saugerl genug hat und schicken es dann heim.

    Ich bin ausgesprochen beeindruckt vom Saugerl-Kind. Es beißt zwar mich, aber keine alten Damen und es ist so interessiert bei der Sache, dass ich guten Gewissens behaupte, der Job taugt dem Saugerl - So viele Omas, so viel Aufmerksamkeit und so viele Armbänder mit einem tollen roten Knopf.

    s4oaxvpuxnz1.jpg




    CorniFundaTiinchen17melinaRivuletlmctalulastfelicitas1980meli1990Lilie82und 17 andere.
  • NEWS NEWS NEWS....

    @cora86

    Ein Song der Musikerin Amanda Palmer, die kürzlich zum ersten Mal Mutter wurde, und den Text mal so eben zwischen Tür und Angel geschrieben hat, eher aus Spaß angefangen zu texten ursprünglich und doch wurde der Text während des Schreibens immer persönlicher und intensiver.

    Was alles schief gehen kann, in der kurzen Zeit mit Kind schon schief gegangen ist. Von einer völlig neuen Lebenserfahrung. Von Ängsten, Sorgen und Überforderung, die man vorher nicht kannte.

    Beim Einkaufen mit Kind versehentlich Süßigkeiten klauen, weil mangels Platz im Wagerl halt Einläufe neben und über das Kind geschlichtet. Strafzettel wegen Schnellfahrens, weil Kind am Rücksitz so gebrüllt hat und Mutter die Nerven verloren hat. Kind im Stress kurz im Auto vergessen. Kind vom Wickeltisch gefallen usw.

    Letztlich tröstet sie sich mit einem "Zumindest ist das Kind nicht gestorben". Klingt erst mal makaber, wird aber, auch in den vielen Kommentaren unter dem Text zu einer Art Müttermantra, das viele Menschen irgendwie dann doch nachvollziehen können oder für sich selbst Trost finden.

    Im Song trifft sie dann eine Mutter, deren Sohn tatsächlich verstorben ist. Und dann macht das auch alles Sinn - Immerhin ist, bei allen Fehlern, die ihr passiert sind, das Schlimmste nicht passiert.

    Interessant sind gerade die Kommentare, wo vorallem Frauen, aber auch einige Männer berichten, was ihnen mit ihren teils noch sehr jungen Kindern passiert ist und welche Schuldgefühle sie dabei hatten oder dass sie jahrelang mit niemandem darüber gesprochen haben, nicht mal mit dem Partner.

    Und letztlich bleibt dann irgendwie übrig: Es gibt keine "perfekten" Eltern. Es passieren allen Eltern alle möglichen und unmöglich geglaubten Dinge. Auf die leichte Schulter nimmt das aber praktisch keiner. Viele machen sich sogar ewig Vorwürfe wegen Dingen, an die sich ihre Kinder nicht mal mehr erinnern können.

    Und sie haben alle Angst um ihre Kinder und sind voll Liebe für ihre Kinder und trotzdem passieren Dinge wie Kinder im Auto vergessen.

    Aber alle diese Kinder sind nicht gestorben, immerhin. Sie haben es ausgehalten, was passiert ist. Das ist das Wichtigste.

    So irgendwie.
    Butterkeksgirl1974
  • Die gar abenteuerlichen Abenteuer eines minderjährigen Saugwurmes

    Wenn man eine Mutter hat, die Menschen sterbebegleitet, dann ist es wahrscheinlich völlig normal, wenn man mit 7 Monaten seinen ersten richtigen Sonntagsausflug auf den Zentralfriedhof macht.

    Ein der Alt-Deluxin besonders lieber Alter hatte sein einjähriges Jubiläum dort. Weil seine Frau, die vom Saugerl regelmäßig besucht wird, nicht gut genug zu Fuß ist um ihren Gatten zu besuchen, hat das Saugerl den Job übernommen Blumen ans Grab zu bringen.

    Zu diesem Zwecke hat es seinen Kinderwagen komplett überladen, dass sogar die Blumenhändlerin leichte Zweifel an der Durchführbarkeit der Aktion hatte - und die kennt das Saugerl und dessen Mutter und deren Kinderwagenbeladungsgepflogenheiten, weil sie uns regelmäßig von gegenüber vom Supermarkt aus beobachtet und sich dann immer ziemlich abhaut.

    Der liebe Alte hat das Saugerl nur noch als Bauch kennen gelernt und wollte immer wissen, wieviel ich zwischen den Krankenhausbesuchen schon wieder zugenommen habe, dabei war der Bauch da noch gar nicht zu Höchstform aufgegangen.

    Das Saugerl hat den lieben Alten nur noch in Stein gemeißelt kennen gelernt. Aber es ist aus seinem Kinderwagenschaukelschlaf erwacht und hat gegrinst.

    Die beiden hätten sich bestimmt gemocht.

    Einziger Pluspunkt an der Sache: Der liebe Alte kann mich nicht mehr fragen, ob ich schon wieder schwanger bin - das hätte der bestimmt getan, charmant wie er war.

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    Funny
  • NEWS NEWS NEWS....

    Butterkeks schrieb: »
    als ich gelesen hab "Kind ist fünf Wochen alt" hab ich sofort an chronischen Schlafmangel und Überforderung mit der neuen Situation gedacht.

    Das find ich auch nicht sonderlich abwegig.

    Oder wieviele Mütter mit Schreibabys schrammen monatelang am Rande der Psychose, weil Schlafentzug und schrilles Schreien plus Selbstvorwürfe wahrscheinlich eine schlimmere Folter als Waterboarding sind.

    Tragisch, wenn aus solchen Situationen dann wirklich schlimme Dinge resultieren, aber es ist…menschlich.

    Ich schlage drei Kreuze, dass ich z.B. kein Schreibaby habe, die Erzählungen von Betroffenen sind teils ernüchternd. Tagelang Essen vergessen, nicht mehr Autofahren können, Wahnvorstellungen, etc.
    Und das sind keine "schlechten Mütter", sondern komplett am Zahnfleisch kriechende.

    Was in besagtem Fall die Ursache war, keine Ahnung.
    Aber der Journalist, der grundsätzlich gleich mal von Verantwortungslosigkeit ausging, dem möcht ich zumindest 24 Stunden mal ein Baby aufs Aug drücken und ihm dann eine Horde perfekter Internetposter (ich will hier keine Anwesenden dissen, es ist ein allgemeines Phänomen) vorbei schicken, falls irgendwas nicht so läuft wie geplant.

    maxiButterkekssuseLluviatalulastKa_ringirl1974
  • NEWS NEWS NEWS....

    @suse

    Damit hast Du natürlich recht, mit dem "weniger im Alltag drin sein".

    Aber manchmal liegt es auch gerade am "im Alltag drin sein". Wenn eine Routine durch irgendwas unterbrochen wird. Wenn z.B. der morgendliche Babypflegeablauf plötzlich vom klingelnden Postler durchbrochen wird. Und auf einmal lässt man das Kind doch am Wickeltisch liegen.

    suse
  • NEWS NEWS NEWS....

    suse schrieb: »
    Da dreht sich jeder Gedanke 24/7 ums Kind.

    Das kann ich z.B. so nicht bestätigen. Ich hab das Kind z.B. auch schon mal für ein paar Minuten beim Einkaufen komplett vergessen. Zwar warma nur ein paar Meter voneinander getrennt, aber ich wär fast ohne gegangen, wär da nicht so ein "Irgendwas fehlt"-Gefühl gewesen.

    Und selbst wenn ich noch so sehr ans Kind denke, manchmal ist Kind schneller und hat Dinge, die es nicht haben soll und von deren Existenz ich gar nix wusste. Den unterm Badezimmerstockerl gefundenen Schraubenzieher, den es sich heut fast ins Aug gestochen hätt etwa.

    Zum im Auto vergessen: Das sind oft genug tragische geistige Kurzschlüsse. Mehrere Stressmomente gleichzeitig oder das Hirn im Autopilotmodus. Funktionsweise des menschlichen Hirns, nicht Bösartigkeit oder Dummheit.
    http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/16842
    Fluffy84susegirl1974incredibiles
  • NEWS NEWS NEWS....

    Englisch und ewig lang http://amandapalmer.net/amothersconfession/ , aber ein schönes Lehrstück dafür, dass Empörung und "Mir würde sowas niiiiie passieren" zwar eine häufige Reaktion auf das Unglück/Versagen anderer ist, bloß mit der Realität wenig gemein hat.

    Eltern von kleinen Kindern passieren blöde oder gar schlimme Dinge, immer wieder, jedem.

    Samma olle froh, wenn es glimpflich ausgeht, aber dieses kollektive "Wie kann man nur! Was für eine Monstermutter quaquaqua." - hilft niemandem und führt bloß dazu, dass es keiner mehr zugibt.


    Nachtrag: Der Zeitungsartikel zum Vorfall ist widerlich. Die Sache natürlich ned lustig, doch dieses unreflektierte Draufhauen und Vorverurteilen geht mir auf den Sack.

    Die Frau wird sich Vorwürfe bis ans Lebensende machen.
    suseFluffy84daarmamaxifelicitas1980girl1974
  • Kindergeldkonto Neu 2017

    @maxi
    Ich kann Deinen Ausführungen schon folgen und teile Deine Ansichten in vielen Punkten, bis auf den, dass ich die Verantwortung nicht beim Einzelnen sehe, sondern bei der Politik bzw. Gesellschaft und dass es bis zu einem gewissen Grad eben sehr wohl die Aufgabe der selben ist, das alles zu finanzieren und Bedingungen zu schaffen, die Kinder kriegen auch leistbar macht.


    Genau was @felicitas1980 sagt:

    Frauen sind in unserem WIrtschaftssystem "Hochrisikoangestellte". Man rechnet mit Ausfällen. Das holt man sich vereinfacht gesagt dann halt über geringere Entlohnung nieder.

    Wenn man mehr Männer in Karenz will, dann müsst die Gleichstellung der Geschlechter eher über die Arbeitgeberseite, als über den Einzelnen laufen. Wenn Männer genauso zu "Hochrisikoangestellten" werden, weil sie jederzeit in Karenz gehen könnten (mit ausgedehnterem Kündigungsschutz als jetzt), müsste sich was ändern, dann sind sie nämlich auch für Arbeitgeber "gleich".

    Die momentanenen Kindergeldregelungen als Maßnahme für mehr Männer in Karenz sind letztlich Augenauswischerei, weil sie so tun, als würden Männer und Frauen annähernd gleich verdienen und überhaupt alle Kindergeldbezieherinnen in Vollzeitjobs zurück kehren bzw. immer nach 2 Jahren in den Beruf zurück gehen.

    Einkindfamilie, Eltern zusammen lebend, Mütter davor und danach berufstätig, in etwa gleich verdienend, keine finanziellen Belastungen wie Kredite laufen, ja, dann könnt das theoretisch was werden mit mehr Männer in Karenz, praktisch ist das aber nicht die Lebensrealität der meisten Familien.

    Und paradoxerweise benachteiligen die Männerkarenz/KBG-Bezugsmodelle ja die Mehrheit aller anderen, die nicht so leben wollen oder können.


    Ein Praxisbeispiel aus dem chaosschen Leben:

    Der Mann geht nicht in Karenz. Benachteiligt seh ich mich bloß insofern, dass ich neuerdings mehr von seinem Krempel verräume, was ich, Gefahr erkannt - Gefahr gebannt, wieder abstellen werde. Trotzdem er nicht daheim beim Kind ist, kümmert er sich um das Kind. Und er hält mir den Rücken frei, in dem er Wochenends einen Gutteil der Kindebetreuung übernimmt, damit ich raus komme oder auf Fortbildungen kann. Für alle okay so.

    Ich habe keinen Anspruch auf die einkommensabhängige Kindergeldvariante, obwohl ich vor der Schwangerschaft Vollzeit gearbeitet und auch einigermaßen verdient hab, weil, von der Schwangerschaft nicht wissend, gekündigt.

    Zumindest gab es Mittel und Rechtswege, dass ich nicht ums Wochengeld umfalle bzw. in den Notstandsbezug schlittere und dann nix gekriegt hätte, weil Mann "zuviel" verdient.

    Würde Mann nun einige Monate in Karenz gehen, hätte ich keinen Job, in den ich zurück kehren kann. Mannes Einkommen würde für die Zeit aber auch wegfallen.

    Vom reinen Kindergeldbezug wäre es unmöglich allein die Fixkosten zu decken, geschweige denn den Kindesunterhalt für das Kind aus anderer Beziehung zu bezahlen.

    Dabei haben wir im Gegensatz zu vielen anderen z.B. keine Kredite für Haus oder Wohnung laufen, die nicht abdecken zu können einen innerhalb kürzester Zeit echt tief in die Scheiße reitet.

    Würden wir ich ohne Job und Mann in Karenz trotzdem irgendwie ein paar Monate finanziell überbrücken und es gäbe danach Schwierigkeiten mit dem Arbeitgeber und er würd den Job verlieren, dann gute Nacht. Der Mann ist verhältnismäßig alt und allein schon dadurch quasi schwer vermittelbar und ich kann in meinem Beruf derzeit kaum einen Job finden, weil der branchenbedingt Arbeitszeiten mit sich bringt, die eher nicht mit den regulären Öffnungszeiten von Kinderbetreuungseinrichtungen korrelieren.

    Gut…Mann könnt ja eine Weile auf das Kind aufpassen, damit ich im Frauenberuf für 50 Wochenstunden weg von daheim 1.200 Netsch heimbring. Das sind nicht mal unsere Fixkosten, trotz recht unglamourösen Lebensstils, aber halt mitten in Wien.

    Bei der Großen war er der Mann noch in Elternteilzeit, weil da zumindest ein mageres zwar, aber immerhin Teilzeitgehalt der Expartnerin war. Das ging gut. Es ging auch mit seiner Firma gut, weil die Männerteilzeitjobs bietet. Noch ist es ja eher so, dass in "Männerberufen" von Arbeitgeberseite so getan wird, als wäre es komplett unmöglich und dem Weltuntergang gleich, wenn Teilzeitmodelle auch für Männer existieren.

    Beim zweiten Kind mit neuer Partnerin ist Elternteilzeit nimmer drin. Nicht, wenn die Partnerin nicht gut verdient, was sie in absehbarer Zeit nicht tun wird und deshalb quersubventioniert werden muss.

    Ich würd schon Vollzeit arbeiten neben Kind, tatsächlich aber könnt ich das derzeit nur unter meinen Qualifikationen oder mit Früh-, Nacht-, Teil und Wochenenddiensten, die nicht von Partner und Familie abgefangen werden können.

    Momentan ist schon blöd genug, dass der Kindergeldbezug 4 Monate vor Krippenplatz ausläuft. Also falls wir den kriegen. Wir tendieren mittlerweile eher zur Tagesmutter, weil ich sonst komplett im Nichts schwebe. Naja, immerhin kann ich mich beim Partner mitversichern lassen, aber außer Familienbeihilfe kommt da monatelang nix auf mein Konto.

    Arbeitslosenanspruch hätt ich, aber der ist an die Kinderbetreuung gekoppelt. In der Krippeneingewöhnungszeit neuen Job suchen wird bestimmt auch ganz spaßig. Oder die ersten Kinderkrankheiten, mit viel Pech verbraten wir da unser beider Pflegeurlaubskontingent (wobei er seines auf zwei Familien aufteilen muss) gleich mal in meinen ersten Monaten im neuen Job, so sich einer findet. Ideale Bedingungen für eine Fixanstellung.

    Und da soll das Finanzielle wirklich kein gültiges Argument sein, warum Männer weniger in Karenz gehen?
    Sternchen04
  • Kinderarztempfehlung in 1140, 1150 oder 1160 Wien

    Der Herr Chaos und sein Großkind schwören auch auf den Dr. O, ich find ihn okay und nach etwas Gewöhnungszeit ganz witzig. Erst mal waren wir uns beide etwas suspekt. Bei Erziehungstipps von Kinderärzten schalt ich halt grundsätzlich auf Durchzug und in ein paar Dingen sind wir nicht ganz auf der selben Linie, aber ich erzähl einfach z.B. nicht was das Kind isst, sondern dass es isst. Aus.
    Talia56
  • Kindergeldkonto Neu 2017

    @maxi

    Huch, stimmt, bei der Väterkarenz gibt es natürlich den Rechtsanspruch, beim Papamonat nicht.

    Die Bezugsmodelle, die länger laufen, wenn beide Elternteile in Anspruch nehmen, sind meines Erachtens nach nur scheinfair, weil sie alle anderen benachteiligen, die entweder keinen Partner haben, sichs finanziell nicht leisten können oder aber aus welchen Gründen auch immer einfach so nicht leben wollen.

    Fair wären Modelle, die gleich lang laufen, egal wer wann beim Kind ist, ob sichs zwei teilen oder nicht.

    Väterbeteiligung steht und fällt außerdem ja nicht damit, ob der Mann daheim beim Kind bleibt.

    Der theoretische Kündigungsschutz bei Männern ist halt praktisch so eine Sache, werden ja auch hier im Thread genug Beispiele genannt. Gleichstellung ist ja gut und schön, de facto aber hauptsächlich auf dem Papier existent. Letztlich haben Männer wie Frauen, Singles und Familien mit teils sehr unterschiedlichen Dingen im Arbeitsleben zu kämpfen.

    Frauen kehren nach der Karenz eher in Teilzeitanstellungen zurück, oft genug nicht mehr an den selben Arbeitsplatz, sondern einen "schlechteren".
    Für Arbeitgeber sind Teilzeitkräfte billiger, die schleppt man eher mit. Für Frauen ist der Verlust eines solchen Jobs manchmal noch leichter verschmerzbar, weil er bei sehr vielen Familien immer noch nur einen geringen Anteil am Familieneinkommen ausmacht.

    Solange Männer mehr verdienen (Gesamtgesellschaftlich und auf die jeweilige Familienkonstellation gesehen), ist das finanzielle Risiko weitestgehend auf ihrer Seite.

    Anstatt Bedingungen zu schaffen, die eine potentielle Existenzgefährdung durch Familiengründung des Einzelnen verhindern, liegt das Risiko weiterhin nicht beim Arbeitgeber, sondern beim Arbeitnehmer.

    Ich würde als Mann aus diesen Gründen nicht in Karenz gehen. Ich würde an der Stelle meines Partners, der ein Kind aus anderer Beziehung und damit monetäre Verpflichtungen einer zweiten Familie gegenüber hat, nicht in Karenz gehen.

    Gerade die steigende Anzahl von Patchworkfamilien seh ich kaum irgendwo berücksichtigt. Jobverlust des Mannes bringt nämlich mitunter noch eine zweite oder gar dritte Familie in die Bredouille.

    Würde nicht an der Schraube "Kindergeldbezug länger wenn Mann auch in Karenz geht", sondern an der Schraube "Ausgedehnterer Kündigungsschutz für Väter" gedreht, dann würd zwar die Wirtschaftskammer ausflippen und irgendwer wieder Mütter ungerechter behandelt sehen, wenn Väter die besseren Anti-Kündigungskonditionen hätten, womöglich würde sich dadurch aber insgesamt etwas ändern: Dass es nämlich gleich "riskant" ist Männer wie Frauen anzustellen, weil ja beide Geschlechter Kinder kriegen und deshalb in Karenz gehen könnten. Die derzeitigen Bestimmungen für Väter, die in Karenz gehen wollen halte ich für zu lasch und damit riskant für Familien, die das in Anspruch nehmen wollen.

    Sind Männer und Frauen allesamt "Risikoarbeitnehmer", dann müsst man ein paar Arbeitsbedingungen überdenken und ein wenig familienfreundlicher gestalten.

    Aber da beweg ich mich gedanklich wohl im utopischen.
    NovembernüsschenJacky92AsunaSternchen04Angie_1984

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